Blog
In meinem Blog erfahren Sie mehr über die Erfahrungen, die ich im Wahlkampf sammeln durfte, meine politischen Positionen und die Themen, die ich als Landrat gern bearbeiten möchte.
Qualitätsoffensive Hamburg–Hannover 2026
Oder: Wie man pünktlicher werden will, indem man erstmal gar nicht fährt.
Am Dienstagabend erklärte die Deutsche Bahn mir und knapp 200 interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Ritterakademie Lüneburg, was Sie unter einer „Qualitätsoffensive“ versteht. Sie fährt vorerst im Sommer diesen Jahres einfach gar nicht mehr.
Einmal vorweg, damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Investitionen in die Strecke von Hamburg nach Hannover sind dringend nötig. Die 163 Kilometer zählen mit einer Auslastung von 147 Prozent zu den am stärksten überlasteten und damit unpünktlichsten Bahnlinien Deutschlands. Gleise, Weichen, Stellwerke – all das muss erneuert werden. Die Bahn wählt allerdings meines Erachtens nach den falschen Weg und sorgt damit für Frust und Enttäuschung bei Pendlerinnen und Pendlern und gibt Wasser auf die Mühlen derjenigen, die dem Bahnverkehr eh nichts abgewinnen können.
Doch zurück zum gestrigen Abend. Ab Mai 2026 wird die Strecke Hamburg–Hannover für ganze zehn Wochen komplett gesperrt. Kein Fernverkehr, der Metronom Richtung Hannover eingestellt, keine Züge – dafür Busse. Sehr viele Busse. Offenbar ist das der Weg zu mehr Pünktlichkeit: Man lässt die Züge einfach stehen.
Offiziell ist das Ganze eine „Investition in die Zukunft“. Inoffiziell ist es eine kollektive Geduldsprobe für alle Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer. Wer künftig nach Hannover möchte, darf fast drei Stunden Reisezeit einplanen. Für mich persönlich geht es danach immer noch weiter nach Hildesheim, wo ich arbeitsbedingt regelmäßig hin pendeln muss.
Der Schienenersatzverkehr bringt dabei alles mit, was Bahnfahren schon heute so aufregend macht, nur in der XL-Version: unkalkulierbare Fahrzeiten, unklare Anschlüsse und die permanente Frage, ob man überhaupt mitkommt. Fahrradmitnahme? Leider nein. Toiletten bei drei Stunden Fahrzeit? Leider auch nicht.
Bis Mai bleibt also noch etwas Vorbereitungszeit: Urlaub beantragen, Fahrgemeinschaften organisieren, Proviant (und Windeln) einkaufen, Powerbank laden und sich mental irgendwo zwischen Fassungslosigkeit, Resignation und Galgenhumor einpendeln.
Wenn eine „Qualitätsoffensive“ so rücksichtslos auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen wird, ärgert mich das. Hier hätte die Bahn von Beginn an besser planen müssen, Angebote schaffen müssen, die Pendlerinnen und Pendler nicht im Regen stehen lassen. Warum gibt es beispielsweise keine durchgehende Express-Bus-Verbindung nach Hannover, Celle und Uelzen? Wieso kann keine eingleisige Befahrbarkeit der Strecke gewährleistet werden? Lässt sich der Takt nicht zeitweise ausdünnen?
Zudem kommt immer wieder die nagende Frage nach dem letztendlichen Nutzen auf. Die Strecke wird weiterhin mit 147% Auslastung weit über ihrer eigentlichen Kapazität befahren werden, was die Infrastruktur zeitnah erneut auf dem Zahnfleisch laufen lassen wird. Entlastung kann hier nur eine Neubautrasse entlang der A7 bringen. Doch bis dahin heißt es: Hoffen, dass die Sanierung zumindest kleine Verbesserungen bringt und aus den Fehlern dieser Sanierung lernen, denn 2029 geht es weiter mit der Generalsanierung. Ich freue mich schon!
Mein Besuch bei der Arbeitsgemeinschaft Lüneburger Verkehrsfreunde e.V.
Gemeinsam mit der Samtgemeindebürgermeisterkandidatin Karoline Feldmann war ich zu Gast bei den Verkehrsfreunden Lüneburg e.V. In einem rund dreistündigen Gespräch stellte der Verein seine Arbeit, seine Fahrzeuge und die aktuellen Herausforderungen rund um die Bleckeder Kleinbahn vor. Beeindruckend war vor allem, mit wie viel Fachwissen, Engagement und Leidenschaft hier Eisenbahngeschichte lebendig gehalten wird.
Die Verkehrsfreunde engagieren sich seit 45 Jahren ehrenamtlich für den Erhalt der historischen Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Bleckede und betreiben eine der erfolgreichsten Museumsbahnen Norddeutschlands. Gleichzeitig trägt der Verein große Verantwortung für den Betrieb und die Instandhaltung der Strecke, die ohne zusätzliche Unterstützung langfristig gefährdet ist.
Dabei ist die Bleckeder Kleinbahn weit mehr als eine Museumsbahn. Sie stärkt den Tourismus, unterstützt die regionale Wirtschaft und hält eine Bahnstrecke betriebsfähig, die perspektivisch auch für den regulären Personenverkehr reaktiviert werden könnte. Prognosen zeigen, dass täglich bis zu 2.800 Fahrgäste diese Verbindung nutzen würden.
Deutlich wurde auch: Die Verantwortung für diese öffentliche Infrastruktur liegt derzeit zu großen Teilen auf den Schultern von Ehrenamtlichen. Sie investieren Zeit, Geld und Fachwissen, um eine Strecke zu erhalten, die dem Land Niedersachsen gehört und für die es bislang keine verlässliche Förderperspektive gibt.
Für mich ist klar: Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Landkreis Lüneburg gemeinsam mit dem Land Niedersachsen konkrete Perspektiven für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Bleckeder Kleinbahn schafft. Es geht darum, vorhandene Infrastruktur zu sichern, ehrenamtliches Engagement zu unterstützen und die Grundlage für eine bessere Verkehrsanbindung im ländlichen Raum zu legen.
Mir wurde auch deutlich, dass der Landkreis Lüneburg eine zentrale Anlaufstelle für
Fördermittelberatung benötigt, um Vereine und kreisangehörige Kommunen gezielt bei der Umsetzung ihrer Projekte zu können. Mein herzlicher Dank gilt den Verkehrsfreunden Lüneburg für den offenen Austausch, die eindrucksvollen Einblicke und ihren unermüdlichen Einsatz für unsere Region.
Pokalfinale – ein besonderer Moment für die SVG
Die SVG Lüneburg steht im Pokalfinale – und das ist alles andere als selbstverständlich.
Was heute Spitzenvolleyball auf höchstem Niveau ist, begann 2005 als klassischer Breitensportverein – gegründet durch den Zusammenschluss der Volleyballmännermannschaften des MTV Treubund Lüneburg und des TSV Gellersen, ein Jahr später ergänzt durch den TuS Reppenstedt. Aus dieser Idee ist Schritt für Schritt eine sportliche Erfolgsgeschichte gewachsen.
In der Saison 2014/15 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Es folgten Playoff-Teilnahmen, internationale Auftritte im Europapokal – und immer wieder diese besondere Atmosphäre in der LKH Arena, wenn mehrere tausend Zuschauerinnen und Zuschauer zeigen: Die Region steht hinter ihrem Team.
Die Arena ist dabei weit mehr als eine Spielstätte. Sie ist das sportliche Wohnzimmer der SVG – und ein entscheidender Baustein auf dem Weg zum Bundesligisten auf Augenhöhe mit den Großen der Liga. Ohne sie wären Bundesligavolleyball, internationale Spiele und diese Strahlkraft für unseren Landkreis nicht möglich.
Die SPD-Kreistagsfraktion hat den Bau und die Weiterentwicklung der Arena deshalb von Beginn an klar und bedingungslos unterstützt. Denn solche Investitionen sind keine Prestigeprojekte, sondern Infrastruktur für den Sport, für das Ehrenamt und für die Identifikation einer ganzen Region mit „ihrem“ Verein. Die Arena ist ein Gewinn für den Landkreis – sportlich und gesellschaftlich.
Die SVG zeigt, was mit Ausdauer, kluger Vereinsarbeit und starkem Ehrenamt möglich ist. Vom Underdog zum etablierten Bundesligisten – eine echte Erfolgsgeschichte aus unserem Landkreis.
Für das Pokalfinale drücke ich fest die Daumen. Ganz gleich, wie es ausgeht: Ihr vertretet unseren Landkreis hervorragend.
Auf geht’s SVG – holt euch den Pokal!
Ich fiebere am Samstag beim Public Viewing im Klippo mit – und bin sicher: Die ganze Region steht hinter euch.
März, Meistermomente und Mitmachen
Der März ist da – die Tage werden länger, der Frühling klopft an und man spürt: Da geht was.
Sportlich hat unser Landkreis direkt ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Unser Daumendrücken hat geholfen:
Pokalsieg für die SVG – ein riesiger Erfolg für den Spitzensport in unserer Region!
Was 2005 als Zusammenschluss mehrerer Vereine begann, ist heute eine sportliche Erfolgsgeschichte mit bundesweiter Strahlkraft.
Herzlichen Glückwunsch an Mannschaft, Trainerteam, Ehrenamtliche und Fans – wir sind stolz auf euch!
Auch politisch ist der Frühling zu spüren. Die Tage werden heller, das Wetter wird besser – und die Menschen gehen wieder raus.
Am Wochenende stehen die ersten Quartalsstände des SPD-Unterbezirks Lüneburg in diesem Jahr an:
unter anderem am Samstag in Reppenstedt (8–10 Uhr), Dahlenburg (10–12 Uhr) und Kirchgellersen (10–12 Uhr).
Mein Ortsverein SPD Ilmenau steht von 10 bis 12 Uhr in Deutsch Evern vor dem örtlichen Edeka.
Ich versuche, so viele dieser Stände wie möglich in unserem Landkreis zu besuchen. Eine gute Gelegenheit für Austausch und Diskussion. Politik lebt vom Mitmachen – und der Frühling ist ein guter Zeitpunkt, um sich einzubringen.
Frühling heißt auch Aufbruch.
Am 14. März finden im Bleckeder Haus die Kreiswahlkonferenzen des SPD-Unterbezirks Lüneburg statt – zur Wahl der Landratskandidatin bzw. des Landratskandidaten sowie der Kandidatinnen und Kandidaten für den Kreistag. Dort werden die personellen Weichen für die kommenden Jahre im Landkreis gestellt – auch mit Blick auf die Landratswahl, für die ich antrete.
Der Pokalsieg der SVG zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Genau diesen Teamgeist brauchen wir auch für unseren Landkreis – damit wir Zukunft gestalten statt nur den Alltag verwalten.
Der Frühling ist da. Packen wir’s an.
Dein
André
„Anfang – kein Ende“ im Theater Lüneburg
Am Freitagabend haben meine Frau und ich im Theater Lüneburg das Stück „Anfang – kein Ende“ besucht – ein bewegender und nachdenklich stimmender Abend.
Das Rechercheprojekt des Theaters verbindet zwei Prozesse, die beide in Lüneburg stattfanden: den ersten Bergen-Belsen-Prozess im Jahr 1945 sowie den letzten großen Auschwitz-Prozess gegen Oskar Gröning im Jahr 2015. Dazwischen liegen Jahrzehnte – und doch wird im Stück deutlich, dass die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus kein abgeschlossenes Kapitel ist.
Besonders eindrucksvoll ist der lokale Blick: Wie hat unsere Stadt diese Prozesse erlebt? Wie wurde darüber gesprochen – oder auch geschwiegen? Und wie entwickelt sich Erinnerung über Generationen hinweg weiter?
Das Stück macht spürbar, dass Erinnerung keine abstrakte historische Aufgabe ist. Sie beginnt genau hier – vor unserer Haustür, in unserer Stadt und in unserer Verantwortung.
Sehr bereichernd war auch das anschließende Gespräch mit der Dramaturgin, das spannende Einblicke in die Recherche und die Entstehung des Projekts gegeben hat.
Umso mehr hat es mich überrascht – und ehrlich gesagt auch etwas traurig gemacht –, dass die Vorstellung nicht annähernd ausverkauft war. Ein solches Stück hätte ein volles Haus verdient.
Wer noch die Gelegenheit hat: „Anfang – kein Ende“ läuft im Theater Lüneburg (Junge Bühne T.3, An den Reeperbahnen 3) noch an mehreren Terminen – unter anderem am 22. März, 18. April, 24. April, 30. April und 10. Mai 2026. Es gibt noch Tickets!
Ein intensiver Theaterabend, der zeigt: Erinnern hat kein Ende – und genau deshalb bleibt es so wichtig.
Solarer Aufbruch in der Region Lüneburg
Im Johanneum Lüneburg fand kürzlich die Veranstaltung „Solarer Aufbruch in der Region Lüneburg“ statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft, Wohnungswirtschaft und Energiewirtschaft diskutierten dort, wie der Ausbau der Solarenergie in unserer Region schneller vorankommen kann.
Ein guter Einstieg in das Thema ist das Klimaportal des Landkreises Lüneburg. Es stellt Daten zu Solar-, Wärme- und Dachpotenzialen bereit und hilft Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Unternehmen einzuschätzen, wo sich Photovoltaik besonders lohnt. Gleichzeitig bildet es eine wichtige Grundlage für die kommunale Wärmeplanung der kommenden Jahre.
Die Zahlen zeigen: Beim Ausbau der Photovoltaik gibt es Fortschritte – aber auch noch viel ungenutztes Potenzial. Allein im Landkreis Lüneburg wurden im Jahr 2025 rund 44,6 MW neue Leistung installiert, insgesamt sind inzwischen über 170 MW Photovoltaikleistung installiert. Gerade Dachflächen auf Wohnhäusern, Mehrfamilienhäusern, kommunalen Gebäuden oder Gewerbehallen bieten große Möglichkeiten, sauberen Strom direkt vor Ort zu erzeugen.
Besonders interessant sind neue Modelle für Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern. Konzepte wie Mieterstrom oder gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ermöglichen es, dass auch Mieterinnen und Mieter direkt von Solarstrom profitieren. Projekte können wirtschaftlich sein, wenn ein relevanter Anteil des Stroms im Gebäude selbst genutzt wird – und sie können gleichzeitig helfen, Stromkosten zu senken.
Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändern sich. Seit 2025 gilt in Niedersachsen eine Photovoltaikpflicht für neue oder grundlegend erneuerte Dächer. Mindestens 50 Prozent der Dachfläche sollen künftig mit Photovoltaik belegt werden. Damit wird der Ausbau erneuerbarer Energien stärker zur gemeinsamen Aufgabe von Bauherren, Kommunen und Energieversorgern.
Für den Landkreis Lüneburg bedeutet das: Die Energiewende wird nicht irgendwo entschieden – sie entscheidet sich ganz konkret vor Ort. Auf unseren Dächern, in unseren Quartieren und in unseren Gemeinden. Wenn wir die vorhandenen Potenziale konsequent nutzen, Planung vereinfachen und Projekte aktiv begleiten, kann aus vielen einzelnen Anlagen eine starke regionale Energieversorgung entstehen.
Kurz gesagt: Die Dächer im Landkreis Lüneburg sind längst Teil der Energiewende – wir müssen ihr Potenzial jetzt konsequent nutzen.
Frohe Ostern!
Ostern ist die Zeit, in der ich regelmäßig feststelle, dass Schokolade auch ein vollwertiges Ersatzfrühstück sein kann.
Bei uns zu Hause gehört das gemeinsame Eiersuchen fest dazu – und ich gebe zu: Die Begeisterung ist bei mir manchmal fast genauso groß wie bei meinem Sohn.
Gerade jetzt zeigt sich unsere Region von ihrer schönsten Seite: die ersten – wenn auch noch nicht allzu warmen – Sonnenstrahlen über der Heide, frisches Grün in der Elbtalaue. Perfekte Bedingungen für einen Spaziergang … oder auch für eine kleine Mountainbike-Tour. 🚵♂️
Ich wünsche euch entspannte Feiertage, viel Zeit mit Familie und Freunden, Bewegung an der frischen Luft – und natürlich ein erfolgreiches Ostereiersuchen.
Ostern steht auch für Aufbruch und neue Energie. Genau diesen Schwung können wir gut gebrauchen – für unseren Landkreis und für die kommenden Monate. Und genau deshalb möchte ich in den nächsten Wochen bewusst rausgehen, ins Gespräch kommen und neue Wege der Begegnung ausprobieren.
Ich plane geführte Mountainbike-Touren: locker unterwegs sein, ins Gespräch kommen und den Landkreis aus einer etwas anderen Perspektive erleben. Die Idee ist simpel: Wir drehen eine entspannte Runde im Gelände, ich zeige euch meine Lieblingstrails – und wenn ihr wollt, sprechen wir auch über Politik. Keine Wahlkampfrede im Wald, versprochen. Eher biken, schnacken und vielleicht ein paar gute Ideen mitnehmen. Das Tempo bleibt bewusst moderat. Technisch sollte man mit Wurzelteppichen und Sand klarkommen – wir sind schließlich in Norddeutschland. 😉
Die Einladungen dazu findet ihr im IBC Mountainbike-Forum („Andrés Touren-Treff Lüneburg“) sowie über diesen Kanal und auf Social Media.
Ich freue mich auf viele Begegnungen in den nächsten Wochen – draußen im Landkreis, im Gespräch und gern auch gemeinsam auf dem Bike.
Konkret geht es schon an diesem Samstag los: Gemeinsam mit dem SPD-Ortsverein Amelinghausen verteilen wir von 10 bis 12 Uhr Ostereier vor dem örtlichen Edekamarkt. Kommt gerne vorbei!
Genießt die freien Tage, tankt Kraft – und startet gut in den Frühling.
Frohe Ostern! 🌷
Wir sehen uns – draußen im Landkreis.
Austausch mit der IHK – konkrete Impulse für unseren Landkreis
Gemeinsam mit Jakob Blankenburg und Oliver Wozniok waren wir im Austausch mit der IHK – und es wurde schnell klar:
Unsere regionale Wirtschaft hat klare Erwartungen an Politik und Verwaltung.
Der Landkreis Lüneburg bringt vieles mit:
- die Nähe zur Metropolregion Hamburg,
- eine wachsende Universität mit vielen gut ausgebildeten Fachkräften,
- eine hohe Lebensqualität – mit der attraktiven Hansestadt, der Elbtalaue und der Heide.
Das sind echte Standortvorteile. Trotzdem nutzt unsere Region ihr Potenzial noch nicht voll aus. Was braucht sie um Unternehmen anzuziehen und die Wirtschaft zu stärken?
Es fehlen Gewerbeflächen oder sie werden nicht konsequent entwickelt.
Ansiedlungsverfahren dauern zu lange.
Und die Verwaltung tritt zu oft als Bedenkenträger auf, statt Dinge zuverlässig möglich zu machen.
Deshalb braucht es ein klares Bewusstsein an der Spitze:
Wirtschafts- und Gewerbeentwicklung muss aktiv gestaltet werden – gemeinsam von Landkreis und Hansestadt.
Für mich heißt das konkret:
- Feste Ansprechpartner („One-Stop-Anlaufstellen“) für Unternehmen, die Verfahren bündeln und koordinieren.
- Verbindliche durchschnittliche Bearbeitungszeiten für zentrale Genehmigungen – mit Transparenz, wenn es länger dauert.
- Klare Prioritäten bei der Entwicklung von Gewerbeflächen – abgestimmt zwischen Landkreis und Stadt.
- Die Stärken unserer Region aktiver vermarkten und gezielter für Ansiedlungen werben.
Denn eines ist klar:
Wer in Lüneburg investieren will, muss durch die Verwaltung unterstützt werden – nicht ausgebremst. Starke Unternehmen bedeuten sichere Arbeitsplätze und Lebensqualität für viele Menschen in unserer Region.
Verwaltung ohne Krawatte heißt am Ende genau das: Möglich machen – damit gute Ideen hier verwirklicht werden und nicht woanders.
Sport im Dialog – starke Vereine, klare Aufgaben für den Landkreis
Ich habe viele Jahre selbst im Verein Tischtennis gespielt – und weiß deshalb genau, wie wichtig ein gutes Sportangebot im Landkreis ist. Sport ist weit mehr als Freizeit: Er ist Gesundheitsförderung, Integration, Jugendarbeit – und gelebter Zusammenhalt.
Philipp Meyn und Oliver Wozniok und ich tauschten uns am 7. April mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportvereine aus unserem Landkreis und weiteren Interessenvertretern des Sports über unser Thesenpapier aus. Vom MTV Treubund über den VfL Lüneburg bis hin zum Ruder-Club „Welle“ Bardowick– die Bandbreite zeigte: Sport verbindet unsere Region.
Gemeinsam mit Philipp Meyn und Oliver Wozniok habe ich mich am 7. April mit Vertreterinnen und Vertretern der Sportvereine sowie weiteren Akteuren aus dem Sport ausgetauscht. Grundlage dafür war unser Thesenpapier. Vom MTV Treubund über den VfL Lüneburg bis hin zum Ruder-Club „Welle“ Bardowick – die Bandbreite hat einmal mehr gezeigt: Sport verbindet unsere Region.
Was braucht es jetzt konkret?
-
Stärkere Unterstützung fürs Ehrenamt
Ohne Ehrenamt kein Sport. Deshalb müssen wir die Übungsleiterpauschalen verlässlich stärken und perspektivisch weiterentwickeln. -
Moderne und verlässliche Sportstätten
Der Landkreis muss hier stärker koordinieren, priorisieren und gezielt fördern – insbesondere durch eine verlässliche investive Sportförderung. -
Mehr Bewegung für Kinder – Ganztag als Chance nutzen
Ganztagsschule und Sport gehören zusammen. Vereine müssen fester Bestandteil im Alltag von Kindern werden. Der Landkreis sollte Modelle unterstützen, die Übungsleiter in den Ganztag integrieren und so Schule und Sport besser verzahnen. -
Schwimmen sichern
Schwimmbäder sind Daseinsvorsorge. Sie sind unverzichtbar für Schwimmausbildung, Vereinssport und Gesundheitsprävention. Der Landkreis muss gemeinsam mit den Gemeinden die Voraussetzungen für ein weiteres Hallenbad an einem geeigneten Standort schaffen.
Für mich ist klar:
Sportpolitik ist kein Randthema. Sie entscheidet mit darüber, wie gesund, sozial und lebenswert unser Landkreis ist. Der Landkreis muss beim Thema Sport vom Verwalten ins Gestalten kommen. Denn wer selbst erlebt hat, wie viel Vereine leisten, der weiß: Sie verdienen mehr als warme Worte.
Besuch bei der Handwerkskammer.
Manchmal lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen.
In dieser Woche war ich gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) im Technologiezentrum der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade unterwegs – und habe einmal mehr gesehen, wie viel Zukunft im Handwerk steckt.
Die Zahlen sprechen für sich:
Rund 30.000 Betriebe gehören zur Kammer – der größten Handwerkskammer weltweit.
Und obwohl nur etwa ein Viertel der Betriebe selbst ausbildet, werden über die überbetriebliche Ausbildung rund 20.000 Auszubildende begleitet.
Das zeigt:
Unser Handwerk funktioniert als Gemeinschaft. Betriebe, Kammern, Bund und Länder tragen gemeinsam Verantwortung. Gerade die überbetriebliche Ausbildung ist dabei ein entscheidender Baustein: Einheitliche Standards, moderne Technik und praxisnahe Qualifikation – finanziert zu gleichen Teilen von Betrieben, Bund und Land. Im Baubereich sogar solidarisch organisiert über die SOKA-Bau.
Was mich besonders gefreut hat:
Das Handwerk wird vielfältiger. Der Frauenanteil steigt kontinuierlich – im Tischlerhandwerk inzwischen bei rund 25 bis 30 Prozent.
Und noch etwas wurde deutlich: Das Handwerk ist längst Hightech. Wer heute eine Ausbildung beginnt, arbeitet mit moderner Technik, digitalen Verfahren und echten Zukunftsperspektiven. Am Ende der Woche kam dann noch eine wichtige Entwicklung dazu: Die Handwerkskammer Hildesheim hat den Weg für eine Fusion frei gemacht. Auch das ist ein Signal: Strukturen werden angepasst, um stärker und schlagkräftiger zu werden.
Für mich ist klar:
Unser Landkreis kann mehr als verwalten – wir müssen solche Entwicklungen aktiv begleiten.
Das heißt konkret:
- Ausbildung stärken und sichtbarer machen
- Kooperationen zwischen Schulen und Handwerk ausbauen
- Verwaltungsprozesse so gestalten, dass Betriebe sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können
- und Fachkräftegewinnung als zentrale Aufgabe verstehen
Denn am Ende gilt:
Ohne starkes Handwerk funktioniert vor Ort nichts – kein Wohnungsbau, keine Energiewende, keine Infrastruktur.
Oder kurz gesagt:
Wer Zukunft will, muss das Handwerk stärken.
1. Mai in Lüneburg – Gute Arbeit beginnt vor Ort
Der 1. Mai in Lüneburg ist für mich jedes Jahr mehr als ein Termin – er ist ein klares Signal: Gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine starke Demokratie entstehen nicht von allein, sondern nur durch konkreten Einsatz bei uns vor Ort.
Gemeinsam mit vielen Genossinnen und Genossen war ich am Freitag bei der Demonstration des DGB. Die Botschaft war eindeutig: Kommunen müssen handlungsfähig sein, wenn wir gute Lebensbedingungen sichern wollen.
Was der DGB fordert, trifft den Kern der Herausforderungen im Landkreis Lüneburg:
• Tarifbindung stärken – durch klare Regeln bei der Vergabe öffentlicher Aufträge
• Mehr Investitionen in Infrastruktur – von Schulen über Straßen bis hin zu einer leistungsfähigen Verwaltung
• Lebenswerte Kommunen sichern – durch gute Mobilität, bezahlbares Wohnen und eine starke Daseinsvorsorge
• Kommunen als attraktive öffentliche Arbeitgeber stärken – damit Verwaltung funktioniert und Vertrauen schafft
Der 1. Mai erinnert mich daran:
Soziale Gerechtigkeit ist kein Selbstläufer. Sie muss politisch gewollt – und vor Ort umgesetzt werden.
Für mich ist klar: Genau darum geht es auch bei der Landratswahl.
Oder anders gesagt:
Gute Arbeit entsteht nicht irgendwo –sondern hier bei uns im Landkreis.
Sicher in die Kommunalwahl 2026
Gemeinsam mit rund 300 Kommunalwahlkandidatinnen und -kandidaten habe ich an einer digitalen Informationsveranstaltung des Landeskriminalamts Niedersachsen teilgenommen. Das Thema war ernst – und leider hochaktuell: Hass, Bedrohungen und Desinformation gegen Menschen, die sich demokratisch engagieren.
Die Zahlen machen nachdenklich:
41 % der kommunalen Amts- und Mandatsträger haben bereits besonders belastende Anfeindungen erlebt. Oft geht es um Beleidigungen, Verleumdungen oder Bedrohungen – zunehmend digital, aber immer häufiger auch mit Auswirkungen auf das private Umfeld.
Besonders wichtig fand ich dabei zwei Botschaften:
• Hass im Netz ist kein normaler Teil politischer Arbeit.
• Demokratie braucht Menschen, die sich trotzdem nicht einschüchtern lassen.
Das LKA und der Verfassungsschutz haben deutlich gemacht, wie gezielt Desinformationskampagnen inzwischen eingesetzt werden:
Nicht selten geht es darum, politische Debatten zu vergiften, Vertrauen in demokratische Institutionen zu zerstören und Menschen bewusst gegeneinander auszuspielen. Gerade Wahlen geraten dabei zunehmend in den Fokus solcher Kampagnen.
Spannend waren deshalb auch die ganz praktischen Handlungsempfehlungen für den digitalen Raum:
• klare Netiquette und konsequentes Moderieren von Social-Media-Kanälen
• Hasskommentare dokumentieren und konsequent anzeigen
• keine Endlosdiskussionen mit „Trollen“ führen
• Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichere Passwörter nutzen
• private Daten und Wohnadressen schützen
Besonders wichtig finde ich dabei:
Wir dürfen den digitalen Raum nicht den Lautesten und Aggressivsten überlassen. Demokratie lebt vom offenen Streit um die besten Ideen – aber eben ohne Einschüchterung, Hass und Drohungen.
Auch für Wahlstände gab es konkrete Handlungsempfehlungen:
• Seid niemals alleine am Stand.
• Achtet auf euer Umfeld und auf euer Bauchgefühl.
• Eine Person sollte das Umfeld immer im Blick behalten und auf mögliche
Gefahrensituationen achten.
• Lasst keine spitzen Gegenstände wie Scheren offen am Stand liegen.
• Klärt vorab die Rollenverteilung, falls es zu Störungen oder Anfeindungen kommt –
beispielsweise, wer die Polizei kontaktiert.
• Wenn Personen stören: Bleibt ruhig und provoziert nicht zusätzlich. Achtet bei aggressiven
Personen unbedingt auf ausreichend Abstand und zieht euch zurück, wenn die Situation
eskaliert.
• Legt ein Codewort für Gefahrensituationen fest.
Und genau deshalb gilt: Nicht Hass darf bestimmen, wer sich engagiert. Demokratie braucht Menschen, die Haltung zeigen – und gut vorbereitet sind.
Raubzug von Rechts!
Ich war vor Kurzem bei der Lesung von Ruth Hoffmann zu ihrem Buch „Raubzug von rechts“.
Der Titel bringt auf den Punkt, worum es geht: Ruth Hoffmann beschreibt, wie rechte Kräfte versuchen, positiv besetzte Begriffe wie Freiheit, Familie, Heimat, Demokratie oder Widerstand umzudeuten und für ihre eigene Politik zu vereinnahmen.
Sie zeigt, wie Geschichte selektiv genutzt wird: demokratische Symbole und historische Ereignisse werden aufgegriffen, andere Teile unserer Geschichte bewusst ausgeblendet.
Gerade das macht das Buch so lesenswert:
Es zeigt, wie Sprache, Erinnerungskultur und Werte Schritt für Schritt verschoben werden.
Besonders hängen geblieben ist mir der Einstieg des Buches – mit einem Zitat von Erich Kästner:
„Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf.“
Dieses Zitat ist erschreckend aktuell.
Gerade merken wir, wie sich Ton und Debatten verändern. Umso wichtiger ist es, dass wir widersprechen, wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden oder demokratische Institutionen bewusst schlechtgeredet werden.
Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt davon, dass Menschen Haltung zeigen – im Alltag, im Ehrenamt, in Vereinen, in der Kommunalpolitik und auch in Diskussionen, die manchmal unbequem werden.
Wenn ein Dorf seinen Bahnhof einfach selbst baut
Am Sonntag war ich beim Sommerfest der Interessengemeinschaft Bahnhof Drögenindorf. Das Motto lautete: „Wir bauen unseren Bahnsteig selbst!“ – und genau das haben sie getan.
Innerhalb einer Stunde entstand mit vereinten Kräften ein kompletter Bahnhof aus Holz: Bahnsteig, Bahnhofsschild und sogar ein Fahrkartenschalter. Viele Ehrenamtliche haben gemeinsam gehämmert, geschraubt und gebaut – mit viel Kreativität, Humor und einer klaren Botschaft.
Mich hat beeindruckt, wie groß der Zusammenhalt im Dorf ist und wie engagiert die Menschen für ihr Anliegen eintreten. Denn hinter der Aktion steckt ein ernstes Ziel: Drögenindorf möchte einen eigenen Bahnhalt. Eine Bürgerinitiative, die nicht gegen, sondern für etwas kämpft.
Ich halte diese Forderung für völlig nachvollziehbar. Wer erst mit dem Auto nach Embsen oder Amelinghausen fahren muss, um in den Zug zu steigen, wird sich häufig direkt für das Auto entscheiden. Wer mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen möchte, muss ihn näher zu den Menschen bringen.
Die Aktion hat gezeigt, dass Mobilität mehr ist als Gleise und Fahrpläne. Es geht um Lebensqualität, Teilhabe und die Zukunft unserer Dörfer. Vor allem aber hat sie gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an einer Idee arbeiten und nicht darauf warten, dass andere sie umsetzen. Der echte Bahnhof fehlt noch. Das Engagement dafür ist längst da.